„Ausgegangene Orte im unteren Lumdatal“
22.02.2025: Wanderung
Nach einem gut besuchten Vortrag im Burghaus Staufenberg am 7. Februar führte Volker Hess am 22. Februar eine dreistündige Wanderung durch die historische Kulturlandschaft zwischen Staufenberg und Buseck. Dabei konnten 26 Teilnehmer das zuvor theoretisch Besprochene direkt in der Natur erleben.
Die Tour begann am Sportplatz in Daubringen und führte zunächst zur „Altenstruth“, einem Gebiet in der Gemarkung von Alten-Buseck mit besonderer Tier- und Pflanzenwelt, das heute teilweise unter Naturschutz steht. Im Mittelalter befanden sich dort drei Siedlungen – Altenstruth, Weigandshausen und Eckhardshausen –, deren Existenz durch schriftliche Quellen, archäologische Funde und Bodenmerkmale belegt ist.
Weiter ging es zu zwei weiteren früheren Siedlungsbereichen, Ober- und Nieder-Seilbach in der Gemarkung von Staufenberg-Treis. Während einige ihrer Hinterlassenschaften für das geschulte Auge noch sichtbar sind, lassen sich andere nur noch anhand von Flurnamen vermuten.
Unterwegs stieß die Gruppe auf Untersuchungsflächen für die geplante Rhein-Main-Stromtrasse. Da diese Trasse historische Siedlungslagen berührt, könnten archäologische Begleitungen notwendig sein, um kulturelle Überreste zu dokumentieren, bevor sie verloren gehen.
Die Wanderung wurde durch zusätzliche Beiträge der Teilnehmenden bereichert. So teilten einige ihr Wissen über Geologie, mittelalterliche Rohstoffgewinnung – insbesondere Eisen – sowie Natur- und Vogelkunde.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Eingriffe des Menschen in die Landschaft bot das ehemalige NATO-Lager und dessen bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende militärische Vorgeschichte zwischen Daubringen und Alten-Buseck. Angesichts der aktuellen politischen Lage sorgte die Nähe der alten Militäranlagen bei vielen für nachdenkliche Gespräche.
Zum Abschluss kehrte die Gruppe in der Daubringer Waldschänke ein, wo die neu gewonnenen Erkenntnisse diskutiert und Ideen für zukünftige Veranstaltungen gesammelt wurden.