Der Totenberg bei Staufenberg-Treis
Eine historische Kulturlandschaft - vorläufige Informationen

Der Totenberg vom Kalberg bei Damm an der Salzböde gesehen. Im Mittelgrund Oberwalgern. Der Totenberg vom Bornweg bei Climbach gesehen. Quarzitblöcke und -abris am Totenberg. Altsteinzeitliche Fundstelle. Besuch der altsteinzeitlichen Fundstelle am Totenberg durch den Mandolinenverein Wißmar 1932. Frühmittelalterliche Mauerrelikte auf dem Totenberg. Topografische Messpunkte aus drei Epochen auf dem Totenberg. Historischer Grenzstein und mutmaßlicher Markstein am Totenberg. Basaltverwitterung und Bodenbildung am Totenberg. Aufschluss im Basaltsteinbruch auf Gemarkung Allendorf/Lda.

Der Totenberg bei Treis an der Lumda ist eine 357,5 Meter hohe Basaltkuppe mit bedeutenden geologischen, kulturlandschaftlichen und archäologischen Zeugnissen.

Die Quarzitabris am Südosthang des Totenbergs zählen zu den bedeutenden altsteinzeitlichen Fundstellen Hessens. Zahlreiche Steinwerkzeuge, Bearbeitungsreste und Knochen eiszeitlicher Tiere belegen wiederholte Aufenthalte von Menschen während verschiedener Phasen der Altsteinzeit. Einige Funde könnten mehr als 200.000 Jahre alt sein, der größte Teil stammt aus der letzten Kaltzeit. Werkzeuge wie Spitzen, Kratzer, Schaber und Messer zeugen von vielfältigen Tätigkeiten. Auch nach der Neandertalerzeit wurde der Platz bis in die Mittel- und Jungsteinzeit weiter genutzt. Die Quarzitabris dokumentieren damit eine außergewöhnlich lange Geschichte menschlicher Nutzung des Totenbergs und stehen als archäologisches Denkmal unter Schutz.

Auf dem Gipfelplateau belegen Funde von Steinwerkzeugen eine Begehung bereits vor 40.000 Jahren. Besonders zahlreich sind Hinterlassenschaften der Michelsberger Kultur sowie Spuren aus Bronze- und Eisenzeit. Dort liegt zugleich eine Ringmauer aus dem 9.–10. Jahrhundert, deren Reste noch sichtbar sind. Hinweise auf ältere Befestigungen sind bisher unbestätigt, jedoch möglich.

Der Berg war über Jahrtausende ein Ort menschlicher Aktivität und zentralörtlicher Bedeutung. Er liegt inmitten einer historisch gewachsenen Siedlungslandschaft, deren Spuren bis heute erkennbar sind, und markiert zugleich die Grenze zweier früherer hessischer Territorien, deren Grenzsteine teils erhalten blieben.

Auswahl online verfügbarer Literatur

  • Gottwald, Michael (2015): „Ringwallanlage Totenberg bei Staufenberg-Treis/Lumda”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-96161-20140714-2 (Abgerufen: 16. Oktober 2026)
  • Gerschlauer, Susanne; Gottwald, Michael; Hess, Volker; Röder, Christoph (2013): "...von der alten Milchlingischen Burg vnnd Stammhauß mehr nit dann die rudera...". In: hessenARCHÄOLOGIE 2012, S. 210-213. URL: https://doi.org/10.5281/zenodo.1145800 (Abgerufen: 16. Oktober 2026)
  • Gerschlauer, Susanne; Gottwald, Michael; Hess, Volker; Röder, Christoph (2012): Der Totenberg. Fränkischer Rasthof mit schöner Aussicht. Vorbericht über die Grabung 2012. In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen 97, S. 15-28. URL: http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-4050 (Abgerufen: 16. Oktober 2026)
  • Gottwald, Michael; Hess, Volker; Röder, Christoph (2012): Begehung und Grabung an den „Rudera vom Schlos Todenberg“. In: hessenARCHÄOLOGIE 2011, S. 187-191. URL: https://doi.org/10.5281/zenodo.1145792 (Abgerufen: 16. Oktober 2026)
  • Gottwald, Michael; Hess, Volker; Röder, Christoph (2011): Die „Rudera vom Schloss Todenberg“ bei Treis an der Lumda. Vorbericht über eine systematische Fundaufsammlung im Bereich der mehrperiodischen Höhensiedlung „Totenberg“ bei Staufenberg-Treis (Ldkr. Gießen). In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen 96, S. 299-317. URL: http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-4038 (Abgerufen: 16. Oktober 2026)